Aufrechterhaltung des Segelflugscheins

ZLPV 2006 (Zivilluftfahrt-Personalverordnung 2006) BGBl. II 205/2006 vom 31. Mai 2006 in der Fassung der Novelle BGBl. II 58/2007 vom 12.03.2007.

Alle am 01.06.2006 gültigen Segelfliegerscheine gelten bis zu dem im Schein eingetragenen Ablaufdatum. Erst dann erfolgt eine Verlängerung nach den neuen Bestimmungen der ZLPV 2006.

Hier geht's zur Zusammenfassung:

Scheine nach den Voraussetzungen der ZLPV 2006 sind nur in Verbindung mit einem aufrechten flugmedizinischen Tauglichkeitszeugnis gültig.

Gültigkeit eines Segelfliegerscheines und die damit verbundenen Berechtigungen nur bei Vorliegen eines flugmedizinischen Tauglichkeitszeugnisses (ZLPV 2006 § 5), und zwar

  • ein gültiges Tauglichkeitszeugis der Klasse 1 oder Klasse 2 gemäß den Bestimmmungen der Anlage 2 der JAR-FCL 3 oder
  • ein gültiges Tauglichkeitszeugnis gemäß den Bestimmungen der ZLPV BGBl.219/1958 idgF BGBl. II Nr. 290/2005 ZLPV.

Wichtig: Jeder Pilot benötigt ab der ersten Verlängerung eines Scheines nach dem 01.06.2006 ein Medical gem. ZLPV 2006.

Flugmedizinische Tauglichkeitszeugnisse ausgestellt auf den Antragsformularen für die Ausstellung von Segelfliegerscheinen oder deren Verlängerungen gelten seit 01.06.2006 nicht mehr.

Alle Piloten die nach dem 01.06.2006 beim Fliegerarzt waren und nur eine Bestätigung auf dem Antragsformular, bzw. überhaupt keine Bescheinigung erhalten haben müssen sich umgehend ein Medical gem. ZLPV 2006 ausstellen lassen.


Gültigkeitsdauer für Segelflieger

  • bis Vollendung des 30. Lebensjahres = 60 Monate
  • danach bis Vollendung des 50. Lebensjahres = 24 Monate
  • danach = 12 Monate
  • Wenn die Untersuchung des Segelfliegers nach Vollendung des 50. Lebensjahres keine Umstände ergibt, welche Zweifel am Fortbestehen derTauglichkeit ergeben = 24 Monate

 

Ein ausländisches JAR-Medical Klasse 1 oder 2 ist einem österreichischen Medical gleichgestellt und reicht grundsätzlich für den Nachweis der Tauglichkeit. Nicht JARkonforme ausländische Medicals werden in Österreich nicht anerkannt.

Alle nachstehend angeführten §§ beziehen sich auf die ZLPV 2006.

Bei Erfüllung der Voraussetzung der Windenstartberechtigung wird wie bisher auch die Kraftwagenstartberechtigung eingetragen.

Die Eintragung der Startart Hilfsmotorstart in einen österreichischen Segelfliegerschein ist nur

- bei Erfüllung der ZLPV 2006 i.d.g.Fassung gem § 61, 62 und 64 und

- eine Anerkennung bei ausländischen Scheinen wenn sie den vorstehenden Bestimmungen entsprechen.

Nicht anerkannt für die Eintragung der Startart Hilfsmotorstart in einen österreichischen Segelfliegerschein sind Privatpilotenscheine PPL A, Reisemotorsegler (Touring-motorsegler) und MiM-Berechtigung.

 

Aufrechterhaltung und Erneuerung der Berechtigungen für

Segelflieger (§ 65)

Verlängerung der Grundberechtigung für Segelflieger (bisher Klasse a) ohne Überprüfungsflug:

  • Durchführung von mindestens 30 Landungen innerhalb der letzten 60 Monate, davon mindestens fünf Landungen innerhalb letzten zwölf Monate
  • Jede Startart innerhalb der letzten 60 Monate mindestens 10 Abflüge, davon drei innerhalb der letzten zwölf Monate.
    • Für Motorflugzeugpiloten mit gültiger Motorflugberechtigung Berechtigung genügen
    • 15 Landungen innerhalb der vergangenen 60 Monate,
    • davon mindestens drei Landungen innerhalb der letzten 12 Monate
    • Jede Startart innerhalb der letzten 60 Monate mindestens 5 Abflüge, davon drei innerhalb der letzten zwölf Monate.
  • Bestätigte Eintragungen im Flugbuch.

Da, in der ZLPV 2006 keine Anrechnungsbestimmungen von Flügen mit Motorsegler im Motorflug (PPL oder Touringmotorsegler) bzw. mit der MiM-Berechtigung vorgesehen sind, können solche Flüge nicht für eine Anerkennung für Aufrechterhaltung der Grundberechtigung, Erweiterung der Grundberechtigung und der Startart HILFSMOTORSTART anerkannt werden.

Bei Erfüllung der Voraussetzung der Windenstartberechtigung wird wie bisher auch die Kraftwagenstartberechtigung beurkundet.

Erfordernisse für die Aufrechterhaltung der Erweiterung der Grundberechtigung für Segelflieger (bisher Klasse b) ohne Überprüfungsflug:

  • Durchführung innerhalb der letzten 60 Monate Segelflüge von sechs Stunden Dauer
  • mindestens 60 Landungen, davon mindestens zehn Landungen während der letzten zwölf Monate
    • Für Motorflugzeugpiloten mit gültiger Berechtigung genügen
    • innerhalb der letzten 60 Monate Segelflüge von drei Stunden Dauer
    • mindestens 30 Landungen, davon mindestens fünf Landungen während der letzten zwölf Monate.
  • Bestätigte Eintragungen im Flugbuch.

Die Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung der Grundberechtigung beziehungsweise deren Erweiterung können auch dadurch erfüllt werden, dass innerhalb der letzten drei Monate vor Ablauf der Gültigkeit ein einwandfreier Überprüfungsflug von einem Segelfluglehrer mit entsprechende Lehrberechtigung durchgeführt und im Flugbuch bestätigt wird.

Für jede Berechtigung und jede Startart ist ein Überprüfungsflug zu machen.

Bei Nichterfüllung der Voraussetzungen tritt Ruhen der betreffenden Berechtigung ein.

Für eine Erneuerung der ruhenden Berechtigung ist die fachliche Befähigung von einem Segelfluglehrer mit entsprechender Lehrberechtigung durch jeweils mindestens einen einwandfreien Überprüfungsflug für jede Berechtigung und jede Startart festzustellen und im Flugbuch zu beurkunden.

Hat die Berechtigung länger als drei Jahre geruht, so hat der Bewerber seine fachliche Befähigung mittels einer theoretischen und praktischen Prüfung gesondert nachzuweisen.

Die Gültigkeit der jeweiligen Berechtigungen wird durch

  • den Österreichischen Aero-Club/FAA oder
  • von der Behörde bestellten und durch den Österreichischen Aero-Club/FAA entsprechend eingewiesenen verantwortlichen Geschäftsführer einer Zivilluftfahrerschule für Segelflieger (bei dessen längerfristigen Abwesenheit durchden durch die Behörde bestellten Stellvertreter)
  • für weitere 60 Monate nach dem Ablauf der letztgültigen Berechtigung durch einen

Vermerk im betreffenden Flugbuch zu beurkunden.

Motorsegler im Motorflug (MiM) für Segelflieger (§ 65)

Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Berechtigung Motorsegler im Motorflug im Segelfliegerschein gemäß § 65 (6) ZLPV idgF

über einen

  • mindestens einstündigen Übungsflug unter Aufsicht eines Segelfluglehrers mit der Lehrberechtigung für Motorsegler im Motorflug wenn zwölf Flugstunden mit Motorsegler im Motorflug davon sechs als verantwortlicher Pilot und zwölf Starts und Landungen innerhalb der vergangenen 12 Monate vor Ablauf von 24 Monaten ab der letzten Beurkundung nachgewiesen wurden und bereits ein Überprüfungsflug vor dem 31. Mai 2008 gem. § 64 (4) ZLPV 2006 durchgeführt wurde. *)
    oder
  • mindestens einstündigen Überprüfungsflug innerhalb von drei Monaten vor Ablauf der Gültigkeitsdauer unter Aufsicht eines Mitgliedes der Prüfungskommission für Segelfluglehrer mit der Lehrberechtigung für Motorsegler im Motorflug und Segelflieger, wenn die Voraussetzungen nach Punkt 1) nicht erfüllt wurden und bereits ein Überprüfungsflug vor dem 31. Mai 2008 gem. § 64 (4) ZLPV 2006 durchgeführt wurde.

Der Überprüfungsflug mit einen Fluglehrer, ist vom Fluglehrer durch einen Vermerk im betreffenden Flugbuch zu beurkunden.

Kunstflugberechtigung für Segelflieger (§ 66)

Erfordernisse für die Aufrechterhaltung der Kunstflugberechtigung

  • innerhalb der vergangenen 60 Monate mindestens einen Kunstflug als verantwortlicher Pilot.

Erfüllt der Inhaber der Kunstflugberechtigung nicht die Voraussetzungen tritt Ruhen der Kunstflugberechtigung ein.

Für eine Erneuerung der Kunstflugberechtigung ist ein einwandfreier Überprüfungsflug erforderlich.

Bestätigung der erforderlichen fachlichen Befähigung von einem Segelfluglehrer mit entsprechender Lehrberechtigung im Flugbuch.

Wolken- und Sicht-Nachtflugberechtigung für Segelflieger (§ 67)

Erfordernisse für die Aufrechterhaltung der Wolken- und Sichtnachtflugberechtigung

durch bestätigte Eintragungen in das Flugbuch

  • innerhalb der vergangenen 60 Monate mindestens einen Wolken- und Sicht-Nachtflug als verantwortlicher Pilot.

Bei Nichterfüllung tritt Ruhen der Wolken- und Sicht-Nachtflugberechtigung ein.

Erneuerung der Wolken- und Sicht-Nachtflugberechtigung durch mindestens einen einwandfreien Überprüfungsflug, bei dem das Weiterbestehen der fachlichen Befähigung von einem Segelfluglehrer mit entsprechender Lehrberechtigung festgestellt und im Flugbuch beurkundet wurde.

Lehrberechtigung für Segelflieger (§ 68)

Aufrechterhaltung der Lehrberechtigung

  • Beurkundung durch die zuständige Behörde
  • durch bestätigte Eintragungen im Flugbuch nachzuweisen
  • innerhalb der letzten 60 Monate mindestens 20 Schulungsflüge als verantwortlicher Fluglehrer

Erfüllt der Segelfluglehrer nicht die Voraussetzungen für die Verlängerung tritt Ruhen der Lehrberechtigung ein.

Für eine Erneuerung der ruhenden Lehrberechtigung durch die zuständige Behörde (ÖAeC/FAA) hat der Bewerber seine fachliche Befähigung bei einer theoretischen und

praktischen Prüfung gegenüber einem von der zuständigen Behörde (ÖAeC/FAA) bestimmten Mitglied der Segelfluglehrer-Prüfungskommission nachzuweisen.

Der zuständigen Behörde (ÖAeC/FAA) ist ein entsprechender schriftlicher Bericht zu übermitteln.

Bestätigung von Flügen:

Der Pilot hat die Richtigkeit seiner Eintragungen im Flugbuch durch seine Unterschrift ausdrücklich zu bestätigen (§ 118 Abs.3).

Im Flugbuch zusätzlich die Bestätigung

  • über durchgeführte Schulungs- und Überprüfungsflüge durch die Flugschule, bzw. Fluglehrer
  • die Beurkundung der Berechtigungen durch die Behörde (ÖAeC/FAA) oder eingewiesenen Geschäftsführer/Stellvertreter einer Flugschule.

Segelflieger (einschließlich MiM-Berechtigung) und nationale PPL (v.a. UL Scheine) können die alten Flugbücher weiterführen.

Für die Flugzeit gilt grundsätzlich die Zeit vom Abheben bis zur Landung.

Information zu § 118 a / Novelle vom 13.03.2009 zur ZLPV 2006

 § 118a. Unbeschadet der Bestimmungen der Anlage 1 (JAR-FCL 1) darf ein Pilot eines Motorflugzeuges oder Segelflugzeuges seine Berechtigung bei der Beförderung von Fluggästen als verantwortlicher Pilot nur ausüben, wenn er innerhalb der vorangegangenen 90 Tage drei Flüge, die jeweils Start und Landung enthalten, als steuernder Pilot im Rahmen dieser Berechtigung durchgeführt hat.“

 

Zusammenfassung:

Segelflugpilot letzten 12 Monate letzten 24 Monate letzten 60 Monate
Grundbrechtigung (§65) 5 Landungen   30 Landungen und min. 10 pro Startart
erweiterte Grundberechtigung (§65)

5 Landungen

 

60 Landungen und 6 Stunden Flugzeit

Motorsegler im Motorflug (MiM) (§65) 12 Landungen 6 Stunden Flugzeit min. 1h mit Fluglehrer 12 Landungen 12 Stunden Flugzeit  
Kunstflug (§66)     1 Flug als verantwortlicher Pilot
Wolken und Nachtschichtflug (§67)     1 Flug als verantwortlicher Pilot
Lehrberechtigung (§68)     20 Schulungsflüge

 

Segelflugpilot und Motorflugpilot letzten 60 Monate letzten 12 Monate
Grundbrechtigung (§65) 15 Landungen und min. 5 pro Startart 3
erweiterte Grundberechtigung (§65)

30 Landungen und 3 Stunden Flugzeit

5
Kunstflug (§66) 1 Flug als verantwortlicher Pilot  
Wolken und Nachtschichtflug (§67) 1 Flug als verantwortlicher Pilot  
Lehrberechtigung (§68) 20 Schulungsflüge  

Das heißt, es sind künftig zwei eventuell drei Termine zu waren:

  1. Die Verlängerung des Segelflugscheins
  2. Die Verlängerung des Motorseglers (MiM) im Segelflugschein
  3. Die Gültigkeit des Medicals

Gültigkeit des Segelfliegerscheins → 60 Monate

 
Gültigkeit des Segelfliegerscheins (MiM)→ 24 Monate
       

Gültigkeit des Medicals → 12 oder 24 Monate

 

       
Gültigkeit des Segelfliegerscheins → 60 Monate        
         
Gültigkeit des Medicals → 12 oder 24 Monate        
   

 


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